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Über uns

Folgender Artikel über die Geschichte der FSSP in Österreich wurde 2013 anlässlich des 25-jährigen Bestehend der FSSP verfasst:

Die Initialzündung für die Petrusbruderschaft liegt in Österreich, 
hier stehen ihr wunderschöne Kirchen zur Verfügung 
und das Besondere ist, dass alles ganz normal verläuft.

 

"Land der Berge (...), Land der Dome", so singt die österreichische Bundeshymne. Für die Priesterbruderschaft St. Petrus in Österreich ließe sich formulieren: "Land des Anfangs, Land der Kirchen".
In Wien, Linz und Salzburg feiert die Petrusbruderschaft in wunderschönen Barockkirchen die heilige Messe im außerordentlichen Ritus. In Salzburg und Linz stehen Kirchen zur Verfügung, die fast ausschließlich für das Meßopfer in dieser Form genützt werden. Dies ist möglich, weil die österreichische Gemütlichkeit von Anfang an verhindert hatte, dass Bischöfe diesen Ritus vehement bekämpften. Wenn hier steht "von Anfang an", dann ist das durchaus wörtlich zu verstehen, denn der Anfang der FSSP liegt in Österreich.
 
Als nach den unerlaubten Bischofsweihen von 1988 Priester und Seminaristen die Priesterbruderschaft St. Pius X. verließen, wussten sie nicht, wie es weiter gehen sollte. Sie wussten nur, dass sie sich am 2. Juli in Sigmundsherberg - einem Eisenbahnknotenpunkt in der Nähe von Wien - treffen wollten. Der Ort hatte sich zufällig ergeben, weil dort ein befreundeter Priester wohnte, der Platz hatte, dies Gruppe aufzunehmen. Dort, in der Bahnhofswirtschaft von Sigmundsherberg, feuerte die Initialzündung der Petrusbruderschaft. Dort wurde der Entschluss gefasst, die Gründung einer neuen Gemeinschaft zu versuchen, dort wurde die erste Presseerklärung verfasst, durch die öffentlich wurde, dass es eine Gruppe gibt, die Erzbischof Lefebvre nicht ins Schisma folgen wolle, dort gab die Meldung von Radio Vatikan über das Motu Proprio "Ecclesia Dei adflicta" dieser kleinen Schar die Hoffnung, dass ihre Pläne mehr sein könnten als nur Träumerei, dort wurde ein Termin mit Kardinal Groer gemacht, der dann Kontakt zu Rom herstellte und so der Gründung der Priesterbruderschaft St. Petrus den ersten Weg ebnete.
 
Heute, fünfundzwanzig Jahre nach diesen Ereignissen, lebt in und mit der FSSP eine Generation von jungen Erwachsenen, für die diese Erinnerung einfach nur Geschichte sind. Für sie ist es normal, dass - zumindest in Österreich - der außerordentliche Ritus völlig unproblematisch in Kirchen gefeiert werden kann, dass die Petrusbrüder Taufen spenden, Firmungen organisieren, Ehen assistieren und Begräbnisse halten können. Nicht nur in der Kapuzinerkirche und der Kirche Peter und Paul in Wien, nicht nur in der Minoritenkirche in Linz und nicht nur in St. Sebastian in Salzburg ist die Priesterbruderschaft St. Petrus tätig, von allen drei Kirchen werden auch noch Messzentren in der näheren und ferneren Umgebung versorgt. An allen drei Orten machen Kinderkatechesen, Vorbereitungen auf die Sakramente, persönliche Seelsorge und ein reges Gemeindeleben diese Niederlassungen einer Pfarre sehr ähnlich. Diese Generation weiß nicht mehr, dass in der Anfangszeit eine Sensation war, was heute völlig normal ist.
Als Pater Klaus Gorges in dem Salzburger Michaelakirchlein die erste Tätigkeit in Österreich mit und für den außerordentlichen Ritus aufnehmen konnte - noch bevor die Petrusbruderschaft am 18. Oktober 1988 gegründet worden war -, kam das einer Sensation gleich. Völlig unverhofft und unerwartet konnte in jenen Tagen ein Wiener Priester mit einer Messfeier in einer Wiener Pfarrkirche beginnen, die erst eine selbständige Gruppe bildete, die Jahre später der Grundstock der FSSP-Gemeinde wurde. Von Salzburg aus wurden heilige Messen in Linz und Wien betreut, bis diese Orte zu selbständigen Niederlassungen wurden.
Vor all diesen Ereignissen war aber bedeutsam, dass Priester und Seminaristen mit lauterem Herzen erkannt hatten, dass der Gehorsam gegenüber der Verfassung der Kirche verbieten würde, den bisherigen Weg weiterzugehen und dass die Liebe zu Gott gebieten würde, auf ihn zu vertrauen. Die Bereitschaft, dieser Erkenntnis zu folgen, unabhängig davon, ob das nun Vor- oder Nachteile brächte, war die eigentliche Geburtsstunde der Priesterbruderschaft St. Petrus.
 
Anlässlich des fünfunzwanzigsten Gründungs-jubiläums der FSSP machten Gläubige aus Salzburg, Linz und Wien eine Dankwallfahrt zur schmerzhaften Muttergottes nach Maria Taferl. Der äußerst bereitwillige Mesner hatte für das levitierte Amt Meßgewänder aus der "Schatzkammer" geholt, den Hochaltar hergerichtet und sich um alle Eigenheiten des außerordentlichen Ritus bemüht. An der Zelebration des Hochamtes war nichts außergewöhnliches. Wahrscheinlich können nur mehr jene, die die Gründungsjahre miterlebten, nachfühlen, wie man als außergewöhnlich empfinden kann, dass alles normal ist.
In Salzburg leben und arbeiten derzeit drei Priester, in Wien und Linz jeweils zwei. Pater Grafl arbeitet in der Nuntiatur, sein Kaplan kümmert sich um die Katechesen. Beide ver-sehen Beichtdienst im Wiener Stephansdom.
Die Priester in Salzburg sind mit der Seelsorge in ihrer Gemeinde und Betreuung der Kirche und des Friedhofes beschäftigt und helfen im Lorettokloster mit heiligen Messen und Beichtdiensten.
Die Linzer Priester machen Seelsorge und führen ein Gemeindezentrum, das auch Gästen die Möglichkeit zur Übernachtung bietet. In Wien, Linz und Salzburg versieht die Priesterbruderschaft St. Petrus ohne größere Schwierigkeiten Dienste, die einer Pfarre sehr ähnlich sind. Eigentlich alles ganz normal und dennoch besonders für jene, die noch den Anfang kennen.
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